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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

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Psalm 119.

Alphabetischer Lobpreis des göttlichen Gesetzes.

1 Wohl denen, deren Weg unsträflich ist,
die nach dem Gesetze Jahwes wandeln.
2 Wohl denen, die seine Zeugnisse beachten,
ihn von ganzem Herzen suchen,
3 auch keinen Frevel verübt haben,
sondern auf seinen Wegen gewandelt sind.
4 Du hast deine Befehle verordnet,
daß man sie eifrig beobachten soll.
5 Möchte doch mein Wandel fest sein,
daß ich deine Satzungen beobachte.
6 Dann werde ich nicht zu Schanden werden,
wenn ich auf alle deine Gebote blicke.
7 Ich will dich mit redlichem Herzen preisen,
wenn ich deine gerechten Ordnungen erlerne.
8 Deine Satzungen will ich beobachten:
verlaß mich nicht völlig!

9 Wodurch kann ein Jüngling seinen Pfad rein erhalten?
Indem er deine Satzungen beobachtet gemäß deinem Worte.
10 Von ganzem Herzen suche ich dich:
laß mich nicht abirren von deinen Geboten!
11 In meinem Herzen berge ich dein Wort,
damit ich mich nicht an dir versündige.
12 Gepriesen seist du, Jahwe;
lehre mich deine Satzungen!
13 Mit meinen Lippen verkünde ich
alle Ordnungen deines Mundes.
14 An dem Wege, den deine Zeugnisse gebieten, freue ich mich
wie über irgend welchen Reichtum.
15 Über deine Befehle will ich sinnen
und deine Pfade betrachten.
16 An deinen Satzungen will ich mich ergötzen,
dein Wort nicht vergessen.

17 Thue deinem Knechte wohl, daß ich lebe,
so will ich dein Wort beobachten.
18 Decke meine Augen auf, damit ich erschaue
Wunder aus deinem Gesetz.
19 Ein Gast bin ich auf Erden;
verbirg deine Gebote nicht vor mir.
20 Meine Seele reibt sich auf vor Verlangen
nach deinen Ordnungen zu jeder Zeit.
21 Du hast die verfluchten Übermütigen bedroht,
die von deinen Geboten abirrten.
22 Wälze Schmach und Verachtung von mir ab,
denn ich habe deine Zeugnisse beachtet.
23 Haben auch Fürsten sich hingesetzt, sich wider mich beredet -
dein Knecht sinnt über deine Satzungen nach.
24 Ja, deine Zeugnisse sind mein Ergötzen,
deine Befehle sind meine Berater.

25 Meine Seele klebt am Staube;
belebe mich gemäß deinem Worte.
26 Ich erzählte meine Wege, da erhörtest du mich;
lehre mich deine Satzungen.
27 Laß mich den Weg, den deine Befehle gebieten, verstehen,
so will ich über deine Wunder nachsinnen.
28 Meine Seele thränt vor Kummer;
richte mich auf gemäß deinem Worte.
29 Den Weg der Lüge halte fern von mir
und begnadige mich mit deinem Gesetze.
30 Den Weg der Treue habe ich erwählt,
deine Ordnungen vor mich hingestellt.
31 Ich hänge an deinen Zeugnissen;
Jahwe, laß mich nicht zu Schanden werden!
32 Den Weg deiner Gebote will ich laufen,
denn du machst mir das Herz weit.

33 Lehre mich, Jahwe, den Weg deiner Satzungen,
damit ich ihn bis zuletzt beachte.
34 Laß mich einsichtig werden, damit ich dein Gesetz beachte
und von ganzem Herzen halte.
35 Laß mich auf dem Pfade deiner Gebote einhergehen,
denn an ihm habe ich Gefallen.
36 Neige mein Herz deinen Zeugnissen zu
und nicht dem ungerechten Gewinn.
37 Ziehe meine Augen davon ab, daß sie nach Eitlem schauen;
belebe mich auf deinen Wegen.
38 Erfülle deinem Knechte deine Verheißung,
die der Furcht vor dir gegeben ist.
39 Laß die Schmach, die ich fürchte, an mir vorübergehen;
denn deine Ordnungen sind gut.
40 Fürwahr, mich verlangt nach deinen Befehlen;
belebe mich durch deine Gerechtigkeit.

41 Mögen deine Gnadenerweisungen, Jahwe, über mich kommen,
dein Heil gemäß deiner Verheißung,
42 daß ich dem, der mich lästert, etwas antworten kann;
denn ich vertraue auf dein Wort.
43 Und entziehe meinem Munde nicht völlig das Wort der Wahrheit,
denn auf deine Gerichte harre ich.
44 Und ich will dein Gesetz beständig beobachten,
immer und ewig,
45 so werde ich in weitem Raume wandeln,
denn ich habe deine Befehle gesucht.
46 Und ich will von deinen Zeugnissen vor Königen reden
und mich nicht schämen.
47 Ich ergötze mich an deinen Geboten,
die ich lieb gewonnen habe.
48 Und ich erhebe meine Hände zu deinen Geboten, die ich lieb gewonnen,
und will nachsinnen über deine Satzungen.

49 Gedenke des Worts an deinen Knecht,
dieweil du mich harren ließest.
50 Das ist mein Trost in meinem Elend,
daß mich dein Wort neu belebte.
51 Übermütige haben mich gar sehr verspottet;
von deinem Gesetze bin ich nicht abgewichen.
52 Ich gedachte deiner Gerichte von Uralters her,
Jahwe, da tröstete ich mich.
53 Zornglut hat mich erfaßt wegen der Gottlosen,
die dein Gesetz verlassen.
54 Anlaß zu Lobpreis wurden mir deine Satzungen
da, wo ich als Fremdling weile.
55 Ich gedachte des Nachts an deinen Namen, Jahwe,
und beobachtete dein Gesetz.
56 Solches ward mir zu teil,
denn ich habe deine Befehle beachtet.

57 Ich sprach: Mein Teil ist, Jahwe,
deine Worte zu beobachten.
58 Von ganzem Herzen habe ich deine Gunst gesucht;
sei mir gnädig gemäß deiner Verheißung.
59 Ich überdachte meine Wege
und lenkte meine Füße deinen Zeugnissen zu.
60 Ich eilte und zauderte nicht,
deine Gebote zu beobachten.
61 Die Stricke der Gottlosen umgaben mich;
dein Gesetz habe ich nicht vergessen.
62 Mitten in der Nacht erhebe ich mich,
dir wegen deiner gerechten Ordnungen zu danken.
63 Ich bin ein Genosse aller derer, die dich fürchten
und deine Befehle beobachten.
64 Von deiner Gnade, Jahwe, ist die Erde voll;
lehre mich deine Satzungen.

65 Du hast deinem Knechte Gutes erwiesen,
Jahwe, gemäß deinem Worte.
66 Rechte Einsicht und Erkenntnis lehre mich,
denn ich vertraue auf deine Gebote.
67 Bevor ich gedemütigt ward, ging ich irre,
nun aber beobachte ich dein Wort.
68 Gütig bist du und thust wohl;
lehre mich deine Satzungen.
69 Die Übermütigen haben mir Lüge angedichtet;
ich aber beachte von ganzem Herzen deine Befehle.
70 Stumpf wie Fett ist ihr Sinn;
ich aber ergötze mich an deinem Gesetze.
71 Es war heilsam für mich, daß ich gedemütigt ward,
damit ich deine Satzungen lernte.
72 Das Gesetz deines Mundes ist köstlicher für mich,
als Tausende Goldes und Silbers.

73 Deine Hände haben mich geschaffen und bereiteten mich;
laß mich einsichtig werden, damit ich deine Gebote lerne.
74 Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen,
denn ich harre auf dein Wort.
75 Ich weiß, Jahwe, daß deine Gerichte gerecht sind,
und daß du in Treue mich gedemütigt hast.
76 Möchte doch deine Gnade dienen, mich zu trösten,
nach deiner Verheißung an deinen Knecht.
77 Möchte dein Erbarmen über mich kommen, daß ich lebe,
denn dein Gesetz ist mein Ergötzen.
78 Laß die Übermütigen zu Schanden werden, weil sie mich ohne Grund gebeugt haben;
ich sinne nach über deine Befehle.
79 Mir mögen sich zuwenden, die dich fürchten
und die deine Zeugnisse kennen.
80 Möge mein Herz in deinen Satzungen unsträflich sein,
damit ich nicht zu Schanden werde.

81 Meine Seele schmachtet nach deinem Heil;
ich harre auf dein Wort.
82 Meine Augen schmachten nach deinem Wort
und fragen: "Wann wirst du mich trösten?"
83 Denn ich gleiche einem Schlauch im Rauche;
deine Satzungen habe ich nicht vergessen.
84 Wie viel sind der Lebenstage deines Knechts?
Wann wirst du an meinen Verfolgern das Gericht vollstrecken?
85 Die Übermütigen haben mir Gruben gegraben,
sie, die deinem Gesetze nicht entsprechen.
86 Alle deine Gebote sind Wahrheit.
Ohne Grund verfolgen sie mich: hilf mir!
87 Gar leicht hätten sie mich auf Erden aufgerieben,
obgleich ich von deinen Befehlen nicht gelassen habe.
88 Gemäß deiner Gnade erhalte mich am Leben,
damit ich das Zeugnis deines Mundes beobachte.

89 Auf ewig, Jahwe,
steht dein Wort im Himmel fest.
90 Durch alle Geschlechter währt deine Treue;
du hast die Erde hingestellt und sie blieb stehen.
91 Nach deinen Ordnungen stehen sie noch heut,
denn das alles sind deine Diener.
92 Wenn nicht dein Gesetz mein Ergötzen gewesen wäre,
so wäre ich vergangen in meinem Elend.
93 Nimmermehr will ich deine Befehle vergessen,
denn durch sie hast du mich am Leben erhalten.
94 Dein bin ich, hilf mir!
denn ich suche deine Befehle.
95 Die Gottlosen haben auf mich gelauert, mich umzubringen.
Ich merke auf deine Zeugnisse.
96 Von allem sonstigen Umfang habe ich ein Ende gesehen:
überaus weitreichend ist dein Gebot.

97 Wie liebe ich dein Gesetz!
Allezeit ist es mein Sinnen.
98 Dein Gebot macht mich weiser, als es meine Feinde sind,
denn es ist für immer mein.
99 Ich bin klüger als alle, die mich gelehrt haben,
denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen.
100 Ich bin einsichtiger als Greise,
denn ich beachte deine Befehle.
101 Von jedem schlimmen Pfade hielt ich meine Füße zurück,
um dein Wort zu beobachten.
102 Von deinen Ordnungen wich ich nicht,
denn du unterwiesest mich.
103 Wie süß sind meinem Gaumen deine Verheißungen,
süßer als Honig meinem Munde.
104 Durch deine Befehle werde ich einsichtig,
darum hasse ich jeden Lügenpfad.

105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht für meinen Pfad.
106 Ich habe geschworen und hielt es,
deine gerechten Ordnungen zu beobachten.
107 Ich bin schwer gebeugt;
Jahwe, belebe mich nach deinem Worte.
108 Laß dir, Jahwe, die freiwilligen Opfer meines Mundes gefallen
und lehre mich deine Ordnungen.
109 Ich trage mein Leben beständig in meiner Hand
und habe dein Gesetz nicht vergessen.
110 Die Gottlosen haben mir eine Schlinge gelegt,
und von deinen Befehlen bin ich nicht abgeirrt.
111 Ich habe deine Zeugnisse für immer zum Besitz erhalten,
denn sie sind die Wonne meines Herzens.
112 Ich neige mein Herz dazu, nach deinen Satzungen zu thun,
für immer, bis zuletzt.

113 Zwiespältige hasse ich
und dein Gesetz habe ich lieb.
114 Du bist mein Schirm und mein Schild,
auf dein Wort harre ich.
115 Weicht von mir, ihr Bösewichter,
daß ich die Gebote meines Gottes beachte.
116 Stütze mich deiner Verheißung gemäß, daß ich lebe,
und laß mich mit meiner Hoffnung nicht zu Schanden werden.
117 Stärke mich, daß mir geholfen werde,
so will ich mich an deinen Satzungen beständig ergötzen.
118 Du verwirfst alle, die sich von deinen Satzungen verirren,
denn fruchtlos ist ihr Trügen.
119 Für Schlacken erachtest du alle Gottlosen auf Erden;
darum liebe ich deine Zeugnisse.
120 Mein Leib schaudert aus Furcht vor dir,
und ich bange vor deinen Gerichten.

121 Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt;
überlasse mich nicht meinen Unterdrückern.
122 Tritt für deinen Knecht zu seinem Heile ein;
laß die Übermütigen mich nicht unterdrücken.
123 Meine Augen schmachten nach deiner Hilfe
und nach deinem gerechten Spruche.
124 Verfahre mit deinem Knechte deiner Gnade gemäß
und lehre mich deine Satzungen.
125 Dein Knecht bin ich; laß mich einsichtig werden,
damit ich deine Zeugnisse erkenne.
126 Zeit ist's zu handeln für Jahwe;
sie haben dein Gesetz gebrochen.
127 Darum liebe ich deine Gebote
mehr als Gold und als Feingold.
128 Darum halte ich alle deine Befehle für recht;
jeden Lügenpfad hasse ich.

129 Wunderbar sind deine Zeugnisse;
darum hat sie meine Seele beachtet.
130 Das Thor deiner Worte leuchtet,
macht die Einfältigen verständig.
131 Ich sperre meinen Mund auf und lechze,
denn mich verlangt nach deinen Geboten.
132 Wende dich zu mir und sei mir gnädig,
nach dem Rechte derer, die deinen Namen lieben.
133 Festige meine Tritte in deinem Wort
und laß keinerlei Böses über mich herrschen.
134 Erlöse mich von Menschenbedrückung,
damit ich deine Befehle halte.
135 Laß deinem Knechte dein Antlitz leuchten
und lehre mich deine Satzungen.
136 Von Wasserbächen strömten meine Augen über,
weil sie dein Gesetz nicht beobachtet haben.

137 Du bist gerecht, Jahwe,
und deine Ordnungen sind recht.
138 Du hast in Gerechtigkeit deine Zeugnisse geboten
und in Treue überaus.
139 Mich hat mein Eifer verzehrt,
weil meine Bedränger deine Worte vergaßen.
140 Dein Wort ist überaus geläutert,
und dein Knecht hat es lieb.
141 Ich bin klein und verachtet;
deine Befehle vergaß ich nicht.
142 Deine Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit für immer,
und dein Gesetz ist Wahrheit.
143 Not und Drangsal haben mich betroffen;
deine Gebote sind mein Ergötzen.
144 Gerechtigkeit sind deine Zeugnisse für immer;
laß mich einsichtig werden, damit ich lebe.

145 Ich rufe von ganzem Herzen: Erhöre mich, Jahwe!
Deine Satzungen will ich beachten.
146 Ich rufe dich, hilf mir,
damit ich deine Satzungen beobachte.
147 Ich komme der Morgendämmerung zuvor und schreie,
indem ich harre auf dein Wort.
148 Meine Augen kommen den Nachtwachen zuvor,
um über dein Wort nachzusinnen.
149 Höre meine Stimme gemäß deiner Gnade;
Jahwe, deinen Ordnungen gemäß belebe mich.
150 Nahe sind, die mich mit Arglist verfolgen,
sich von deinem Gesetze fernhalten;
151 aber du bist nahe, Jahwe,
und alle deine Gebote sind Wahrheit.
152 Von längst her weiß ich aus deinen Zeugnissen,
daß du sie für ewig gegründet hast.

153 Siehe mein Elend und reiße mich heraus,
denn dein Gesetz vergaß ich nicht.
154 Führe meine Sache und erlöse mich;
deiner Verheißung gemäß belebe mich.
155 Den Gottlosen bleibt die Hilfe fern,
denn sie fragen nichts nach deinen Satzungen.
156 Deine Barmherzigkeit ist groß, Jahwe;
deinen Ordnungen gemäß belebe mich.
157 Zahlreich sind meine Verfolger und Bedränger;
von deinen Zeugnissen wich ich nicht ab.
158 Ich gewahrte Abtrünnige und empfand Ekel -
solche, die dein Wort nicht beobachteten.
159 Sieh, daß ich deine Befehle liebe;
Jahwe, deiner Gnade gemäß belebe mich.
160 Die Summe deines Worts ist Treue,
und auf ewig währt alle deine gerechte Ordnung.

161 Fürsten verfolgen mich ohne Ursache,
und vor deinem Worte bebt mein Herz.
162 Ich bin erfreut über deine Verheißung
wie einer, der große Beute fand.
163 Lüge hasse und verabscheue ich;
dein Gesetz habe ich lieb.
164 Siebenmal des Tages preise ich dich
wegen deiner gerechten Ordnungen.
165 Großes Heil wird denen, die dein Gesetz lieb haben,
und es giebt für sie keinen Anstoß.
166 Ich hoffe auf deine Hilfe, Jahwe;
habe ich doch nach deinen Geboten gethan.
167 Meine Seele hat deine Zeugnisse beobachtet,
und ich gewann sie überaus lieb.
168 Ich habe deine Befehle und deine Zeugnisse beobachtet,
denn alle meine Wege sind dir gegenwärtig.

169 Mein Jammern komme nahe vor dein Angesicht, Jahwe;
deinem Worte gemäß laß mich einsichtig werden.
170 Mein Flehen komme vor dein Angesicht;
deiner Verheißung gemäß errette mich.
171 Meine Lippen sollen Lobpreis ausströmen,
denn du lehrst mich deine Satzungen.
172 Meine Zunge soll von deinem Worte singen,
denn alle deine Gebote sind Gerechtigkeit.
173 Möge deine Hand bereit sein, mir zu helfen,
denn deine Befehle habe ich erwählt.
174 Mich verlangt nach deiner Hilfe, Jahwe,
und dein Gesetz ist mein Ergötzen.
175 Möge meine Seele leben, daß sie dich preise,
und deine Gerichte mögen mir helfen.
176 Ich gehe in der Irre: wie ein verlorenes Schaf suche deinen Knecht;
denn deine Gebote vergaß ich nicht.